Dienstag, 13. Mai 2008

ÜBERSIEDELT


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Mittwoch, 12. September 2007

Frauenalltag in Pakistan

Unsere "Mädels" im ERU M40 Team berichten:

Bezüglich Bekleidung müssen wir zu unserer normalen Arbeitskleidung (Arbeitshose und RK-T-Shirt) ein Kopftuch tragen. Dieses ist trotz Befestigung von 4 Sicherheitsnadeln leider oft im Weg und wird auch dementsprechend schmutzig. Der leichte Stoff und die hohen Temperaturen ermöglichen jedoch ein tägliches Waschen. Der praktische Vorteil des Kopftuches liegt darin, und da haben wir uns im Gegensatz zu unseren männlichen Kollegen, einen Sonnenbrand im Nacken erspart, dass dieser ein guter Sonnenschutz für Kopf und Nackenbereich darstellt. Da die RK-T-Shirts nicht lang genug sind, wurde der Vorschlag seitens PRCS gemacht, hießige Oberteile zu tragen. Aus diversen Gründen (längeres Arbeiten auf der Water Plant, Reifenwechseln auf der Heimfahrt, geschlossene Geschäfte am Freitag,...) und Einhalten der Sicherheitsvorschriften (Heimkehr vor Dunkelheit) verzögerte sich jedoch der Ankauf der Oberteile. Da uns die RK-T-Shirts als ERU-Mitglieder kennzeichnen, tauschen wir sie nur ungern ein.

Zum Unterschied zu anderen Einsätzen erwartete uns zu Beginn eine Reihe von Welcome und Goodby Parties, zu denen wir Frauen auch eingeladen waren.

Eine besondere Gelegenheit, die Gastfreundschaft auf einer anderen Ebene zu erleben, die unseren männlichen Kollegen verwehrt geblieben ist, war die Einladung vom einzigen Doktor und gleichzeitigen Grundbesitzers, seine gesamte Familie kennen zu lernen, die sich über minderstens 30 Personen erstreckt.

Bei den rituellen Begrüßungen am Morgen und Verabschiedungen am Abend werden wir von fast allen wir unsere männlichen Kollegen, mit einem Handschütteln bedacht. Nur ein oder zwei Hardliner begrüßen uns nur mit einem Kopfnicken. Eine Ablehnung uns gegenüber, haben wir aber bis jetzt noch nicht erfahren.

Unsere gemeinsame Arbeit besteht neben dem Betreiben der Anlage besonders aus dem Reparieren von defekten gewordenen Pumpen und Tanks. Außerdem begannen wir die Testeinheit „Del Aqua Kit“ zu schulen.

Die Akzeptanz uns Frauen gegenüber ist sehr groß. Natürlich gibt es immer Situationen in denen wir die Infragestellung unserer Position im ERU Team gegenübergestellt sehen. Aber von Tag zu Tag und je mehr wir mit den Männern zusammenarbeiten, desto mehr erkennen sie unseren Einsatz und unser Wissen an. Der Ausdruck „she is a strong lady“ hat uns schon mit Stolz erfüllt.

Barbara & Martina

Ja, das 2. Team gibt es wirklich!

Ein Bericht des aktuellen Teams aus Pakistan:

Unser Schwede Rikard liebt Pumpen, Generatoren und praktische Arbeit und Dejan aus Mazedonien war auch schon mal unser „focal point“ auf der Water Plant. Was die Robustheit der Därme betrifft gibt es auch keinen Grund zur Klage, dafür ist mir mein Zahnteil wieder rausgefallen.

Die Leute fragen noch oft, wie es denn Superman, Werner-Sir, Markus, Flo und Big Man geht, ob sie wohl gut angekommen sind und was sie denn jetzt machen.

Darum sind diese Zeilen auch vor allem an meine ehemaligen und hoffentlich auch zukünfigen Teamkollegen gerichtet.

George M. fragte nach einem Zertifikat, unser Guard lässt es sich immer noch gut gehen des nächtens. Die lästige Ratte in meinem Klo ist endlich erlegt und mit der Elektrik funkte es in- & ausserhalb des Hauses.

Ansonsten hat die Assessment-Frequenz etwas abgenommen. Ausser wenn unsere Freundin kommt, dann geht es eher um Beurteilung von Wasser - Alternativen in den Dörfern.

Die Bladdertanks werden regelmässig geflickt und gewechselt und auch die Pumpenrahmen wurden zunächst geschweisst bevor wir die Pumpen dann direkt auf den Hänger bolzten.

Marboob, Abid und Kashif managen mittlerweile im Wechsel die Water Plant. Raja scherzt immer noch in gewohnter Weise und versucht vergeblich, aber hartnäckig, Barbara vom Tabakgenuss zu überzeugen. Neben maintenance konzentrieren wir uns v.a. auf das Training unserer Kollegen aus dem Punjab und der DelAgua Kit ist voll im Einsatz.

Letztens wurde neben der Water Plant eine Schlange erlegt. Karim aus dem Dorf meinte, dass es eine sehr giftige sei und tags zuvor hat Lala eine alte Frau ins Hospital gefahren die von einer ebensolchen gebissen wurde.

Es ist also einiges geboten hier, auch wenn es seitdem weder Sandsturm noch Monsun Regen gab, dafür können wir jetzt durch das neue Stadttor fahren...

So long, big cheers,

Mike and the fabulous five, Barbara, Dejan, Heppo, Martina & Rikard

Montag, 27. August 2007

Farewell to Dadu!

Der letzte Bericht vom Team 1 aus Pakistan kurz vor der Abreise in die Heimat:

Team 2 ist gut in Pakistan angekommen - alle sind wohl auf und voller Tatendrang. Nachdem sich das Wetter bei ihrer Ankunft in Pakistan nicht unbedingt von der besten Seite gezeigt hat, wurden sie gestern beim Handover auf der Waterplant von unserer treuen Freundin Ms. SUN aufs herzlichste begrüßt.
Die Mädels und Jungs vom neuen Team waren sichtlich beeindruckt von unserer Arbeit der letzten Wochen, da es erst in Verbindung mit der enormen Hitze vorstellbar ist, wie schwierig die Bedingungen waren unter denen wir gearbeitet haben.

Am Nachmittag organisierten dann die Dorfbewohner und unsere Freunde vom PRCS (Dadu) eine Abschieds- und Wilkommensparty für beide Teams auf der Water Plant. Die Gastfreundschaft der lokalen Bevölkerung war wieder einmal unvorstellbar. Und so ruhten wir gemütlich zwischen Roh- und Reinwassertank an einem mit lokalen Köstlichkeiten reich gedeckten Tisch und bereiteten uns innerlich auch schon ein wenig auf unseren Abschied vor. Denn obwohl nach fünf Wochen hier im Einsatz bei so ziemlich allen Kollegen die Batterien leer sind und die meisten von uns schon in gedanken eher zuhause sind als hier in Pakistan, war es doch für alle im Team eine tolle Erfahrung und ein Erlebnis, hier unter solchen Bedingungen zu arbeiten!
Vor allem unsere KollegInnen aus Pakistan werden wir sicher nicht so schnell vergessen, denn ihre Unterstüzung, Hilfe und Gastfreundschaft hat uns wieder einmal gezeigt, daß das "Movement" funktioniert, egal welche Hautfarbe, Religion oder Herkunft jeder einzelne hat.Und ich denke, jeder von uns ist ein wenig stolz, ein Teil dieser Bewegung zu sein!

Aber mittlerweile ist jeder von uns auch schon ziemlich froh, wieder nachhause zu kommen - in eine etwas kühlere Region dieser Erde - und die letzten Tage genießen zu können, bevor uns wieder der normale Alltag einhohlt und dieser Einsatz für uns (zur ganz persönlichen) Geschichte wird.

Doch vor allem wünschen wir Mike und seinem neuen Team alles Gute und viel Erfolg für die nächsten fünf Wochen - vielleicht wirds ja ein wenig kühler in der Zeit! :-)

Lezte Grüße aus Pakistan und bis bald
Andreas, Markus, Florian, werna, Werner

Donnerstag, 23. August 2007

ein paar Links zum Einsatz

hier findet ihr noch ein paar aktuelle links zur Pakistan-mission:

http://wien.orf.at/stories/216391/ - orf.on berichtet über die aktuelle Übung STREAM 07 in Wien und das zeitgleiche deployment der beiden Wassertechnikerinnen aus der Bundeshauptstadt.

http://picasaweb.google.com/redcrosswebmaster/HilfeFRPakistan - viele Bilder aus dem Umfeld der mission auf unseres webmeisters galerie.

UND - we proudly present - das erste Video der Wasseraufbereitungsanlage von vor Ort - 360° aus Pakistan!


Viel Erfolg!

Team 2 ist aufgebrochen - wir lassen die letzten 24 Stunden in Form einer bebilderten Geschichte nochmals Revue passieren:


Mittwoch, 22. August 2007: Um 9:36 trifft Dejan Blazeski in Wien ein. Der Mezedonier hat es - trotz eines DHL-Bugs, der seinen Paß auf einen kleinen Irrweg nach Sofia geführt hat (naja, klingt ja fast so ähnlich wie Skopje...) - geschafft, österreichischen Boden zu erreichen (unser Dank gilt übrigens der Österreichischen Botschaft in Mazedonien!). Peter Kaiser steht sich in der Ankunftshalle die Füße in den Bauch und gibt ihm einen lift in das GS. Dort haben wir nicht besseres zu tun, als ihm sofort seinen Reisepaß abzunehmen.

Den Reisepässen fehlt nämlich noch immer Entscheidendes - die Visa für PAK. Die gute Nachricht ist, daß am frühen Morgen endlich die letzte ausständige Bestätigung aus Islamabad gekommen ist, die schlechte ... gibt´s nicht mehr! - Nach rund 15 Tagen nervenzerrenden Verhandelns, Urgierens, Wartens und Nägelkauens haben wir dann am Nachmittag die heiß ersehnten Einreisebewilligungen in Händen - Success at last! (wir köpfen eine Flasche Sekt).

Am frühen Abend trifft Hepo mit der Linie aus Innsbruck in Wien ein und trifft im Hotel Dejan, der sich inzwischen nicht nur Wien angesehen, sondern auch alle ausständigen Impfungen (in Mazedonien war es leider nicht möglich, alle Sera aufzutreiben) geholt hat.

Irene geht mit dem Team, zu dem auch die beiden Wiener Mädels und Gregor Palffy, unser Logistik-Support aus Salzburg (einer der Teilnehmer unserer Einsatzlogistiker-Ausbildung, der hier quasi sein "training on the Job" absolviert), gestossen sind, am Abend speisen - das letzte Bier und die letzte Gelegenheit, pork in Reinform zu konsumieren - das wird die nächsten Wochen wohl gestrichen bleiben.

(Das nächste Mal geh´ ich auch wieder mit, anstatt mir bei einer Fußball-Ambulanz anzuschauen, wie die österreichischen National-Kicker auf den Ball treten...)

Donnerstag, 23. August 2007: Um 07:30 holen wir die Burschen vom Hotel ab, die Mädels treffen wir um 08:00 im KHZ (Katastrophenhilfezentrum), dem Ort des Einsatzbriefungs.

Kapitel 1 - Ausfassen des equipments:

Kapitel 2 - Warten aufs Fertigwerden (Unmengen von Material...)

Kapitel 3 - Irene und Jürgen erzählen dem Team geschlagene eineinhalb Stunden, was sie zu erwartet, was sie tun und lassen sollen, was sie unterschrieben müssen, wer sie abholen kommt... (Barbara nickt inzwischen fast ein - hat sie gestern noch ihre Abreise gefeiert?)

Kapitel 4 - Andrea Winter gibt unserem Team noch ein Media-Briefing; "Do´s and Dont´s" im Umgang mit Medien. Das angekündigte Team eines Radiosenders kommt nun doch nicht, weil im Zoo von Schönbrunn die Pandabären Nachswuchs bekommen haben (ist übrigens noch namenlos, vielleicht sollten wir es Wat-San taufen... - die Bärchen haben übrigens 127 Tage Tragezeit...)

Kapitel 5 - wir stossen auf eine erfolgreiche mission an (schon wieder Sekt!) - vom Anstossen gibt´s kein Bild, dafür ein Gruppenfoto:
Kapitel 6 - der letzte lunch daheim (schon wieder Essen, ich frag mich beim Schreiben, ob wir auch was arbeiten...)

Kapitel 7 - Das Team, begleitet von Gregor und Jürgen begibt sich auf den Flughafen, wir checken das equipment (Gregors Job ist es, gemeinsam mit der Spedition die Verzollung zu erledigen) und das Team ein. Ein letztes Bussi für die Damen, ein Handschlag für die Herren. Gregor und ich winken mit Tränen in den Augen lange mit unseren Taschentüchern.

Kapitel 8 - Beim Boarding trifft das Team tatsächlich auf Rikard Ek, den schwedischen Delegierten, der heute schon 3 Flüge (Göteborg - Stockholm, Stockholm - Göteborg, Göteborg - Wien) hinter sich hat. Er ist tatsächlich da, mit einem wirklich brandneuen Visum in seinem Pass. Wenig überraschend hängen seine 3 flights von heute damit zusammen, daß auch hier die Mühlen der Bürokratie laaaaaaaangsam gemahlen haben.
Kapitel 9 - airborne! Während ich diese Zeilen schreibe, fliegen die 5 Wassermenschen nach Dubai, um schließlich um 04:30 local time in Karachi anzukommen.

Kapitel 10 - dort werden sie (organisiert vom Team 1 vor Ort) gleich per Land-Cruiser in das Feld gebracht. Dazu später mehr.

Freitag, 17. August 2007

Fragen der werten Leserschaft

Nachdem wir nun endlich das Team in Pakistan auch "live" unter uns haben (der Bandbreite sei Dank!), hoffen wir auf regelmäßige Infos "from the field". - Natürlich haben ein Wasser-Team und nicht Media-delegates nach Pakistan geschickt, in anderen Worten: Die Arbeit geht vor und davon gibt es, wie ihr unten sehen könnt, definitiv mehr als genug.

Was möchtet Ihr vom Team aus Pakistan hören oder besser lesen? Welche Themen interessieren Euch? - kommentiert/fragt einfach hier im blog und wir werden versuchen, die Fragen aus Pakistan (oder im schlimmsten Fall hier vom desk in Austria) zu beantworten!

Cheers,
Jürgen